Energie Reporter: Analysen mit Open Data

Wie sieht die Entwicklung der Energiezukunft in den Gemeinden aus? Daten dazu sind für jede Gemeinde der Schweiz anhand der Themen Elektroautos, erneuerbar heizen und Produktion Solarstrom einsehbar und vergleichbar. Diese Möglichkeiten bietet der Energie Reporter, welcher nun schon bald ein Jahr existiert. Was hat sich seither bereits getan?


Trendanalyse


Mit den Informationen des Energie Reporters ist es möglich, diverse Analysen und Vergleiche anzustellen, sowie Trends zu beobachten. Im Folgenden zeigen wir die Entwicklung der drei Indikatoren, Produktion Solarstrom, Elektroautos und erneuerbar heizen. Welche Gemeinden und welche Kantone haben sich in dieser Zeitspanne bezüglich welchen Indikatoren am stärksten entwickelt? Für die Analyse wurden die historischen Daten des Energie Reporters verwendet.


Die drei unterschiedlichen Indikatoren zeigen für jede Gemeinde und jeden Kanton deren aktuellen Stand in den jeweiligen Themenbereichen der Energiewende an. Für jeden der Indikatoren entsprechen 100% der vollständigen Ausnutzung des Potenzials. Der Anteil an Elektroautos in den Gemeinden der Schweiz variiert zum Beispiel von 0% bis 9.7%. Das Potenzial zur Produktion von Solarstrom wird aktuell je nach Gemeinde zwischen 0% und 68.8% ausgenützt und der Anteil des erneuerbaren Heizens liegt zwischen 2.5% und 89.4% (mehr dazu im Blogbeitrag "Jahresrückblick Teil 1: Energie Reporter").


Der Wert Elektroautos zeigt auf, wie gross der Anteil elektrisch angetriebener Fahrzeuge im Schweizer Strassenverkehr in Prozent ist. Für die Erhebung werden alle Personenwagen und Lieferwagen berücksichtigt, welche sich aktuell im Verkehr befinden. Die Fahrzeuge werden über die Postleitzahl und Ortsbezeichnung der Halteradressen einer Gemeinde zugeordnet.


Der Wert Produktion Solarstrom zeigt auf, wie viel Prozent des realisierbaren Solar-Potenzials auf Dachflächen bereits für die Stromproduktion mit Photovoltaik (PV) Anlagen genutzt wird.


Der Wert erneuerbar heizen gibt an, wie viel Prozent der Gebäude ein erneuerbares Heizsystem installiert haben. Die Heizsysteme werden anhand der verwendeten Energie-/Wärmequelle sowie des Wärmeerzeugers in erneuerbare und nicht erneuerbare Heizsysteme eingeteilt. Es gilt zu beachten, dass hier Gemeinden mit einer Datenabdeckung von weniger als 80% nicht berücksichtigt werden aufgrund der begrenzten Aussagekraft.


Für detailliertere Informationen lesen Sie das README-file, das automatisch mit den Daten des Energie Reporters heruntergeladen wird.



Auswertung Gemeinden


Die Elektromobilität hat in der Gemeinde Bannwil (BE) seit dem Start des Energie Reporters im März 2021 prozentual zur Gesamtzahl aller Fahrzeuge am meisten zugenommen. Nämlich um 4.2 Prozentpunkte von 1.4% auf aktuell 5.6%. Die Gemeinden Böbikon (AG), Moosseedorf (BE) und Cham (ZG) verweisen fast ebenso hohe Zunahmen an Elektromobilität, und zwar von 3 Prozentpunkten.


Der mit Abstand höchste Zuwachs der PV-Anlagen verzeichnet die Gemeinde Clarmont (VD) mit einem Zuwachs von 29 Prozentpunkten. Es folgen Russin (GE), Orzens (VD) und Vinzel (VD) mit einem Zuwachs zwischen 16 und 17 Prozentpunkten. Bei solchen deutlich überdurchschnittlich grossen Zuwachswerten handelt es sich meistens um verhältnismässig kleine Gemeinden, in denen eine sehr grosse Solaranlage gebaut wurde.


Beim erneuerbaren Heizen ist eine Betrachtung der Zunahme auf Gemeindeebene etwas problematisch. Eine enorme Zunahme hängt zu einem grossen Teil von der Datenerfassung respektive -aktualisierung der einzelnen Gemeinden ab. Hier deuten überdurchschnittlich hohe Zunahmen eher darauf hin, dass in diesen Gemeinden ein Grossteil der Heizungen in den Datenquelle nachgeführt wurden, als dass tatsächlich ein so hoher Zuwachs an erneuerbaren Heizsystemen im Betrachtungszeitraum stattgefunden hat. Deshalb haben wir hier die Veränderungen der Einfachheit halber nur auf Kantonsebene analysiert.


Auswertung Kantone


Das erste Diagramm zeigt den Zuwachs von Elektroautos im Strassenverkehr von März bis Dezember 2021. Ersichtlich ist dabei, dass der Kanton Zug hier den grössten Zuwachs aufzuweisen hat. Beim Zuwachs der PV-Anlagen im zweiten Diagramm verzeichnen die Kantone Thurgau und Basel-Stadt den grössten Anstieg.



Beim erneuerbaren Heizen zeigt sich bei den Kantonen Obwalden und Uri der grösste Zuwachs von über 2%. Auch hier gilt wie für die beiden anderen Bereiche - in jedem Kanton gab es nur positive Entwicklungen.



Mit dem Energie Reporter lassen sich viele interessante und nun auch den Bedürfnissen entsprechenden Analysen durchführen. Es wäre beispielsweise spannend zu untersuchen, warum gewisse Gemeinden bezüglich einigen Indikatoren überdurchschnittlich hoch, bezüglich anderen wiederum unterdurchschnittlich niedrig sind. Das bedeutet für Sie geschätzte Leserinnen und Leser, es werden auf jeden Fall weitere, spannende Beiträge zum Energie Reporter folgen.



 


Energie Reporter in den Medien


Am Montag, dem 10. Januar erschien ein Beitrag auf Energeiaplus, dem Magazin des Bundesamts für Energie (BFE). Der Titel lautete: «Energie Reporter: ein Push für mehr offene Energiedaten in der Schweiz» (https://energeiaplus.com/2022/01/10/energiereporter-ein-push-fuer-mehr-offene-energiedaten-in-der-schweiz/). Im Beitrag wird die wichtige Rolle von digitalen Tools zur Information und Sensibilisierung betont. Ein solches Tool sei der Energie Reporter, dessen Daten nun neu auch heruntergeladen werden können. «Interessierte Nutzerinnnen und Nutzer können damit eigene Applikationen bauen oder Analysen durchführen. So unterstützt diese Lösung die digitale Innovation im Energiesektor bottom-up.» - Dr. Matthias Galus, Leiter Digital Innovation Office, BFE im Beitrag von Energeia am 10.01.2022

https://www.energieschweiz.ch/tools/energiereporter/
















Am Mittwoch, dem 19. Januar 2022 ist der Energie Reporter zudem auf opendata.swiss erschienen: https://opendata.swiss/de/organization/geoimpact

Die Daten des Energie Reporters werden automatisch nach einigen Monaten aktualisiert, damit immer der aktuelle Stand der Gemeinden dargestellt wird. So stehen historische, wie auch aktuelle Daten zur Verfügung.















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