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Aarau schafft Durchbruch bei der Aktualisierung des GWR



«Das GWR ist für die Stadt eine wichtige Grundlage für weitere Planungen im Bereich der erneuerbaren Wärmeversorgung.  Bei der Aktualisierung des GWR waren wir nicht nur vom Ergebnis positiv überrascht, sondern vor allem auch überwältigt vom Interesse der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer und von den zahlreichen Rückmeldungen zum verschickten Fragebogen.  Zudem war die Zusammenarbeit mit geoimpact unkompliziert und professionell, wodurch sich der Aufwand der Stadt in Grenzen hielt.»


--- Patrick Weibel, Leiter Fachstelle Umwelt und Klima, Stadt Aarau


Die Energiezukunft wird lokal entschieden -- in Gemeinden, die heute die Grundlagen dafür schaffen, ihre Gebäude effizienter und klimafreundlicher zu versorgen. Eine der Vorreiterinnen ist die Stadt Aarau, die in 2025 erfolgreich ihre Daten im Eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) auf einen Schlag aktualisiert hat.

Was nach einer technischen Verwaltungsaufgabe klingt, hat enorme Bedeutung für die Wärme- und Energieplanung. Denn das GWR bildet eine der wichtigsten Datengrundlagen für eine fundierte Energieplanung sowie für die optimale Planung von Heizungsersatz, erneuerbaren Energiequellen und dem Ausbau der Fernwärme.


Veraltete Daten als strategisches Risiko


Aarau stand – wie viele Schweizer Gemeinden und Städte – vor einem breit bekannten Problem: Ein Grossteil der Einträge zu Heiz- und Warmwassersystemen im GWR war veraltet.


Vor Beginn der Bereinigungsarbeiten waren 86,5 % der Heizungsdaten im GWR mehr als acht Jahre alt -- 71,7 % stammten sogar noch aus der Volkszählung im Jahr 2000.  Für eine Stadt, welche ein modernes Energie- und Klimamonitoring aufbauen will, ist das eine grosse Herausforderung. Veraltete Zahlen führen zu falschen Annahmen und damit zu möglicherweise ineffizienten oder teuren Massnahmenplanungen.

Der Stadt Aarau war dieses Risiko bewusst. Deshalb plante sie frühzeitig eine Briefkampagne an die Bevölkerung, um Informationen zu den Heizungssystemen von Gebäuden direkt bei den Eigentümer:innen zu erheben. Die Zusammenarbeit mit geoimpact ermöglichte es, diese Rückmeldungen zusammen mit weiteren durch Swiss Energy Planning automatisch prozessierten Daten effizient in ein systematisches GWR-Aktualisierungsprojekt einzubeziehen.


Ein Projekt mit Überraschungen – und grossem Mehrwert


Trotz der bekannten Datenprobleme hatte die Verwaltung nicht erwartet, wie gross die Veränderungen im Gebäudebestand tatsächlich waren. Die Analyse nach dem Projekt zeigte: Ein Drittel aller Heizsysteme in Aarau wurde seit der letzten Erfassung geändert.

Dieser Befund unterstreicht nicht nur die hohe Dynamik im Gebäudesektor, sondern auch wie stark die offiziellen Register hinter der Realität zurückliegen können, wenn rückwirkende Aktualisierungsprozesse nicht standardisiert sind.

 

Klar zu sehen ist der Sprung im Anteil der erneuerbaren Heizungen in Aarau (blau) nach dem Projekt dank aktueller Daten.
Klar zu sehen ist der Sprung im Anteil der erneuerbaren Heizungen in Aarau (blau) nach dem Projekt dank aktueller Daten.

Für die Stadt Aarau war diese Erkenntnis wertvoll: Sie bestätigt einerseits den Handlungsbedarf und zeigt andererseits auch, dass Aarau in Sachen erneuerbarer Heizung bereits viel besser abschneidet, als die offiziellen Statistiken vor der Aktualisierung gezeigt hatten!


Der Nutzen eines aktuellen GWR


Der Nutzen der aktualisierten Daten hat nicht nur eine statistische Korrektur als Zweck. Aarau legt mit der Bereinigung des GWR die Grundlage für:


  • Präzise Wärmeplanung

Mit aktuellen Angaben zu Heizsystemen, Energieträgern und Gebäudetypen kann die Stadt gemeinsam mit der Energieversorgerin Eniwa die Wärmeversorgung optimal planen, Prioritätsgebiete definieren und Investitionsentscheide besser vorbereiten.  Nur wer weiss, welche Heizungen wo installiert sind und wie alt sie sind, kann gezielte Programme für den Ersatz fossiler Systeme entwickeln. Die Stadt Aarau kann nun präzise identifizieren, wo Handlungsbedarf besteht und wo bereits erneuerbare Systeme im Einsatz sind.


  • Effektives Monitoring der Klimaziele

Die Entwicklung erneuerbarer Heizsysteme und die CO₂-Emissionen im Gebäudebereich lassen sich nun klarer quantifizieren – und Fortschritte können transparent kommuniziert werden.

 

Aarau sieht sich in ihrer Strategie bestätigt


Die Stadt Aarau zeigt sich mit dem Projekterfolg klar bestätigt: Die frühzeitige Entscheidung, eine breite Erhebung in der Bevölkerung durchzuführen und diese mit der professionellen Datenbereinigung von geoimpact zu kombinieren, hat sich als goldrichtig erwiesen.

Besonders interessant ist, dass Aarau nicht allein dasteht. Vergleiche mit anderen Gemeinden zeigen, dass grosse Diskrepanzen zwischen Registerdaten und Realität kein Einzelfall sind. In Baden – einem weiteren Projekt im Kanton Aargau – war der Effekt ähnlich gross: Dort zeigte sich ein Anstieg der erneuerbaren Heizungen um 9,2 %, während es in Aarau sogar 11,7 % waren.

Die Stadt Aarau verfügt nun über ein aktualisiertes, bereinigtes und strukturiertes GWR, welches in den kommenden Jahren in allen relevanten Bereichen der Energie- und Infrastrukturplanung einsetzt werden kann.


Ein Beispiel für den gesamten Kanton – und die Schweiz


Die Ergebnisse aus Aarau liefern eine wichtige Erkenntnis für viele Schweizer Gemeinden: Das GWR ist ein wertvolles Instrument – aber nur dann, wenn es aktuell und gepflegt ist.

Gerade im Kontext der schweizweiten Bestrebungen zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung gewinnt die Verlässlichkeit dieser Daten zunehmend an Bedeutung. Kommunen, die heute in ihre Datenqualität investieren, verschaffen sich nicht nur einen Wissensvorsprung, sondern auch handfeste wirtschaftliche Vorteile bei der Planung von Investitionen, Infrastruktur und Fördermassnahmen.


Über geoimpact: Als Spezialist für GWR-Aktualisierungsprojekte unterstützt geoimpact Schweizer Gemeinden dabei, ihre Datengrundlagen für eine zukunftsfähige Energieplanung zu schaffen.

 

 


 
 
 

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